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Love Culture

Zeit: 09. Juli 2005
Ort: Ku'damm in Berlin-Charlottenburg

2005. Berlin ohne Love-Parade: Schluss mit Party, Schluss mit Drogen, Schluss mit lustig! Nachdem 14 Jahre lang eine Horde von Halbnackten ihre Unzucht in der Hauptstadt trieb, ist die Spaßkultur seit letztem Jahr an der Unfähigkeit der Veranstalter gescheitert. Techno ist tot, der Raver von gestern ist heute ohne Ausbildungsplatz und hängt mit seinesgleichen herum. Was tun ohne Techno, Ecstasy, und freie Liebe? "Kein Problem," sagen JaMbS & Wogs. "Dafür gibt´s die Love Culture." Und einen besonderen Auftritt der beiden Aktionskünstler auf dem Ku-Damm...

Der DJ beginnt mit dem richtigen Sound.

Ohrenbetäubend, in einer nahezu unerträglichen Lautstärke hämmerte der Technobeat auf das kreischende Partyvolk ein, das fast willenlos dem aufwändig gestalteten und bunt geschmückten Wagen hinterhertrottete. Aus den Lautsprecherboxen drangen die Zwischenrufe und Appelle des Discjockeys an den Reglern, der, gleich einem Messias, mit Taucherbrille und emporgestreckten Armen die enthusiastischen Anhänger für sich vereinnahmte - und den gesamten Kurfürstendamm an jenem Sonntag im Juli.

"MC Heidenfeld" alias Wogs versagte fast die Stimme, nachdem er über eine Stunde lang gegen die krächzend-dumpfen Technorhythmen aus dem Ghettoblaster anschrie. Doch unverdrossen forderte er die größtenteils überraschten und sichtlich amüsierten Passanten am Ku-Damm zur Teilnahme an der "Love Culture 2005" auf, während "DJ Kaiser Wilhelm" alias JaMbS den Hornbach-Wagen über Bord- und Pflastersteine schob sowie Flyer verteilte. "Let the Sunshine in your Heart!", "One World - one Future!", "Welcome to the worldwide Partypeople Network!" - mit jenen Slogans der vergangenen Love Parade-Bewegungen drangsalierte MC Heidenfeld an seinem Plattenteller die offensichtlich noch gar nicht auf Party eingestellten Beobachter aus der DJ-Kabine heraus. Jene Kabine bzw. Zelle war noch am Tag zuvor mühsam von uns mit Holzleisten und Heißkleber zusammengebaut sowie anschließend mit Postern, Alcopops-Flaschen und Sonnenblumen dekoriert worden - Insignien einer Jugendkultur, die sich inzwischen längst selbst überholt hat und lieber mal etwas sinnvolles tun sollte. Auf den Flyern, die DJ Kaiser Wilhelm an die Passanten verteilte, war deshalb eine Liste von Adressen gemeinnütziger Organisationen angegeben, bei denen man sich als orientierungsloser Techno-Jünger beteiligen konnte. So halfen wir all denjenigen, die an jenem 9. Juli, dem Gedenktag der Love-Parade, ohne Sex, Drugs & Dr. Motte auskommen mussten und verzweifelt nach dem Sinn des juvenilen Exstacy-Lebens suchten...

Vom Breitscheid- bis zum Adenauer-Platz und zurück - nach eineinhalb Stunden war die Aktion vorbei. MC Heidenfeld und DJ Kaiser Wilhelm erklärten die "Love Culture 2005" offiziell für beendet. Schon jetzt die traurige Nachricht für alle Fans: Nächstes Jahr findet keine statt...

Der Kudamm ist voll mit hippen Ravern.
Wogs als MC Heidenfeld sorgt für Stimmung auf unserer Love Parade.
Und die Jugend bekennt sich zur Love Culture.

verfasst von: JaMbS