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Klangwelten

Zeit: 7. Dezember 2002
Ort: Hermann-Ehlers-Platz in Berlin-Steglitz

Kulturmetropole Berlin. Die Philharmonie, drei Opernhäuser, über 150 Bühnen und 800 Chöre. Maßgebend sind hier die Gesetzmäßigkeiten der Harmonielehre. Musik soll eingängig und auswechselbar sein, angepasst an das Erlebnisbedürfnis ihrer Zuhörer. Zu diesem Zweck wird sie brutal popularisiert, kommerzialisiert und verklärt. Ohne JaMbS & Wogs! Bei den "Disharmonischen Klangwelten in fis-Dur" trafen sich 12 weitestgehend untalentierte Musiker und machten Musik. Jeder für sich, aber alle gleichzeitig. Eine Hommage an Krach und Chaos in unserer Gesellschaft...

JaMbS & Wogs rufen auf zum Musizieren bei -10 Grad

Erstmals und auch als Konsequenz auf die Unannehmlichkeiten bei der »Hall of Fame lieferten wir uns freiwillig den langsamen Mühlen der Bürokratie aus und ersuchten Genehmigungen von der Straßenverkehrsbehörde, vom Tiefbauamt, Umweltamt und Grünflächenamt zu bekommen - all diese Institutionen mussten benachrichtigt werden. Erst nach einigem Schriftverkehr und vielen Telefonaten wurde die Veranstaltung als rechtens anerkannt. Bereits zuvor hingen wir Plakate und Flyer aus, warben um Teilnehmer für "Berlin United" und luden Freunde und Bekannte zum besagten Freiluftkonzert ein. Zwölf kälteresistente Musiker samt Instrument plus zwei Kameraleute versammelten sich daraufhin bei -10 Grad (!) in Steglitz. Um 10:25 Uhr eröffnete Wogs mit einem symbolischen Beckenschlag die Aktion und die neue Freejazzpunkrockalternativebeatsouldiscometal-Band "Berlin United" war ins Leben gerufen: Jambai, Rasseln, Trommeln, Gitarren, Ukulele, Blockflöte, Schifferarkordeon, ungarische Hirtenflöte, Tröten und eine kreischende Kokosnuß kamen nun zum Einsatz: Wir spielten, was das Zeug hielt. Beim Song "Ich muss mal!" trat unser Chefflöter Björn hervor und bot eine einzigartige Darbietung moderner Phantomimenkultur, Felix offenbarte eine sehr spezielle Interpretation des Titels "ZweiBettZimmer" am Schlagzeug und Lisa zeigte sich, zusammen mit Partnerin Hannah als unvergleichliche Animateurin und Chantonesse beim wohl eindringlichsten Werk, dem "Ringbahn-Song".

Wir waren "laut! Schrill! Und einzigartig!" Und nicht zuletzt auch sehr beliebt beim Straßenpublikum und den Marktverkäufern neben uns. "Spielt ihr denn noch lange hier?" fragte uns eine entnervter Kiwi- und Ananas-Anbieter. "Naja, so bis vier Uhr." "Seid ihr denn angemeldet?" "Ja." "Scheiße..." Man guckte und wunderte sich. "Die spinnen ja..." und andere Komplimente hörten wir häufig. Zum Abschluss präsentierten wir ein atemberaubenden Ausdruckstanz, der die Zuschauer nicht nur vor Kälte förmlich erstarren ließ...

Lisa (r.) dirigiert souverän das Ensemble.
Zum Aufwärmen bilden wir einen Kreis.
Die Kasse klingelt - selbst bei klirrender Kälte.

verfasst von: JaMbS