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Kauft Kunst !

Zeit: 19. Dezember 2004
Ort: Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche

Werbung dominiert unser Leben. Über 15 Prozent einer Sendung im Privatfernsehen besteht aus Reklame, das Anzeigenvolumen in den Printmedien beläuft sich auf ca. 40 % und der Anteil der Plakate, Litfasssäulen und Prospekteverteiler in unserem Stadtbild läßt sich gar nicht mit Prozentsätzen berechnen. Was lernen wir daraus? "Geiz ist geil" - aber auch schön, wenn der Kunde trotzdem "am besten heute noch zugreift", denn "keiner macht mehr an" als der dummselige Verbraucher, der sich der "zartesten Versuchung, seit es Schokolade gibt" hingibt. JaMbS & Wogs haben deshalb überlegt: Gerade zur Weihnachtszeit würde ein wenig impertinente Eigenwerbung auch nicht schaden...

Während Wogs mit Bauchladen nach Kunden ruft...

Wir bastelten uns einen kleinen Bauchladen: Auf einem Küchentablett, das mit weihnachtlichem Geschenkpapier ausgelegt war, dekorierten wir unsere Videos und DVDs "Aktionen 2003", dazu zwei blinkende Polizei-Blaulichter und kleinere Ausschmückungen wie Gummibärchen, die im Sinne eines klassischen Köders optische Reizpunkte setzen sollten. Das Ziel unserer Werbeveranstaltung: der Weihnachtsmarkt am Zoologischen Garten.

Vor Ort hielt Wogs die Aktionsansprache, um im Anschluss mit marktschreierischen Methoden einen Werbeslogan auf den nächsten folgen zu lassen: "Kunst heute billig!" - "Kauft Kunst!" - "Kunst von JaMbS & Wogs!" Gleichzeitig drangasalierte ich die Marktbesucher mit dem Anbieten unseres Flyers und dem Hinweis, dass es heute Kunst für nur 10 Euro zu kaufen gäbe und es ein solch unglaublich kostengünstiges Angebot nie wieder geben würde...

Das Publikum reagierte verhalten, die meisten ließen sich von unserem Auftritt nicht sonderlich beeindrucken. Kommentare wie "Hört auf so aggressiv Werbung zu machen!" oder "Wir brauchen keine Kunst" waren jedoch keine Seltenheit. Andere wiederum traten auf uns zu und ließen sich bereitwillig das sortierte Warenangebot vorführen. Ein älteres Ehepaar zeigte sich angetan von der Performance und kaufte uns ein Video ab. Unbeeindruckt davon trat wenige Momente später der Marktleiter ins Geschehen ein, welcher uns erklärte, es hätten sich mehrere Ständebesitzer über uns beschwert und forderte uns unter Androhung der Polizei zum sofortigen Verlassen des Weihnachtsmarktes auf. Da er sich jedoch nicht ausweisen konnte, weigerten wir uns, zu gehen. Erst als der offizielle Veranstalter des Weihnachtsmarktes Zoo hinzukam und uns kraft seines Hausrechts des Marktes verwies, verließen wir den Markt.

Noch einige Zeit versuchten wir unser Glück außerhalb des Marktbereiches vor dem Europacenter. Um ca. 14 Uhr war unser Straßenverkauf beendet.

...lockt JaMbS auf dem Weihnachtsmarkt mit dem Flyer neue Käufer an.
Der Verkauf von DVDs läft auf Hochtouren.
Der Marktleiter droht mit der Polizei.

verfasst von: JaMbS