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Jobkarre

Zeit: 23. Mai 2003
Ort: Friedrichstrasse in Berlin-Mitte

Seit der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik sind gut 70 Jahre vergangen. Der Sozialstaat Deutschland kam und geht. Der Anteil der Arbeitslosen und "geringfügig Beschäftigten" steigt weiter, ungeachtet geschönter BfA-Statistiken. "Es gebe kein Recht auf Faulheit und man müsse härter als bisher gegen Arbeitsunwillige vorgehen", fordert Bundeskanzler Schröder. "Kein Problem", sagen JaMbS & Wogs, und starteten die Jobkarre als mobile Außenstelle des Arbeitsamts, für direkte und wirksame Arbeitsvermittlung.

Die Jobkarre vermittelt einen Arbeitslosen.

Auf einem großen Einkaufswagen vom Baumarkt "Hornbach" montierten wir einen Stuhl, brachten daran Schilder mit der Aufschrift "Jobkarre" und unserem Logo an und bereiteten die vertrauten Flyer vor. Unser Aktionsteilnehmer Norbert stellte sich als Langzeitarbeitsloser mit der Vermittlungsnr. KMS 1911-69 zur Verfügung, hängte sich ein Pappschild ("Ich suche Arbeit jeder Art") um den Hals und nahm fortan im Verlauf unserer Aktion den Platz auf der präparierten Karre ein. In Begleitung der beiden Kamerafrauen Judith und Martina machten wir uns auf zum S-Bahnhof Friedrichstraße. Um 11 Uhr ging es los. So schoben wir Norbert auf der Karre die lebhaft frequentierte Friedrichstraße entlang, übertönten den Straßenlärm mit Rufen wie "Arbeitsloser zu vermitteln!", "Arbeit! Wer hat Arbeit!" bzw. "Jobkarre im Einsatz!" und verteilten eifrig Flyer. Und dann fuhren wir bei der Gelegenheit auch gleich in die zahlreich anliegenden Geschäfte, Edelboutiquen und Shoppingcenter. Unser Auftreten wurde zweifellos bemerkt.

Die Mitarbeiter der Autohäuser Audi und VW schienen zunächst überrascht, beide Filialleiter hatten jedoch keine Stellen mehr zu vergeben und verwiesen uns auf die Hauptsitze in Ingolstadt und Wolfsburg. Die Besuche beim selbsternannten "Kulturkaufhaus Dussmann" und dem Buchgeschäft "Hugendubel" gerieten dagegen zu echten Eklats. Deren Filialleiter wurden fast handgreiflich gegenüber unserer Kamerafrau Martina ("hier wird nicht gefilmt!") und warfen uns kompromisslos raus.

In weiteren Läden wie "Escada", "Rossmann" sowie in der Galerie LaFayette nahm man uns, sichtlich irritiert, zur Kenntnis, ohne dass Norberts Jobgesuch Erfolg hatte. Dennoch wurde unsere Aktion von positiven Reaktionen seitens der Passanten begleitet, immer wieder bekamen wir Solidaritätsbekundungen und regen Zuspruch. Beim Bekleidungsunternehmen "Benneton" hatten wir schließlich Glück: Der zufällig anwesende Chef eines Callcenter-Unternehmens wurde auf Norbert aufmerksam und lud ihn zu einem Bewerbungsgespräch ein.

JaMbS & Wogs als Mitarbeiter des Arbeitsamts.
Bei Opel gibt es keine Stellenangebote.
KMS wird zum Vorstellungsgespräch geladen.

verfasst von: JaMbS