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Hall of Fame

Zeit: 12. September 2002
Ort: Alexanderplatz in Berlin-Mitte

Berlin-Alexanderplatz. Einst als ein Synonym moderner Stadtarchitektur von der SED als Aufmarschzentrum genutzt, sollen hier in Zukunft dreizehn Hochhäuser von je 150 Meter Höhe entstehen. Eine städtebauliche Katastrophe, wie JaMbS & Wogs finden. Mit der Fotoinstallation "Hall of Fame" bekam das "Tor zum Osten" endlich das menschliche Antlitz, das dieser Platz verdient.

JaMbS & Wogs auf dem Alexanderplatz.

Wogs und ich trafen uns Anfang September an jeweils zwei Nachmittagen auf dem Alexanderplatz, ausgerüstet mit Fotoapparat und Kamerastativ. Wir baten alle möglichen Passanten, denen wir hier begegneten und deren Portrait für unsere Ausstellung reizvoll schien, sich fotographieren zu lassen und uns ihre Vornamen zu nennen. Von Studenten, Beamten, Handwerkern bis zu Punkern, Polizisten und Reisegruppen erstreckte sich die Vielfalt der entstandenen Lichtbilder. Am 11. September um 10:30 Uhr wurde der 24stündige Vorbereitungsmarathon eingeläutet.

Wir begannen mit dem Einscannen und Schneiden der Fotos, während das Wahlplakat eines SPD-Bezirkskandidaten einen frischen Anstrich mit unserem Aktionsmotto verpasst bekam. Um 16.00 Uhr kümmerte sich Wogs um den Ausdruck, die Vergrößerung und Vervielfältigung der Bilder, ich um die Besorgung von Videokamera samt Zubehör. Am späten Abend wurden die DIN-A-3 großen Schwarzweiß-Motive mit Tuschkastenfarbe koloriert, um 4.00 Uhr morgens geschnitten und auf die präparierten Pappkarton-Flächen geklebt. Um 7:30 Uhr, zweieinhalb Stunden vor Beginn der Aktion, erschien unsere Kamerafrau Martina, einige Zeit darauf war auch die namentliche Untertitelung der Portraits vollbracht.

Samstag, 12 Uhr, Alexanderplatz: Über siebzig Meter verlief die zweireihige Fotostrecke, beidseitig geklebt, bunt und gleichmäßig an der Wäscheleine schaukelnd, in der heißen Mittagssonne des gut belebten Alexanderplatzes. Während des Aufbaus wurde eine Polizeibeamtin auf uns aufmerksam, die uns im mürrischen Tonfall auf die Notwendigkeit einer Sondergenehmigung für derartige Nutzung öffentlicher Flächen und möglicher Klagen von seiten des Tiefbau- und Grünflächenamts hinwies. Nach einer halben Stunde lebhafter Diskussion in Anteilnahme vieler Neugieriger bemühte sich die Beamtin telefonisch bei ihren Vorgesetzten um die Erteilung einer kurzfristigen Sondergenehmigung für die "Hall of Fame". Unser Aufenthalt wurde von offizieller Seite bis 18:00 Uhr "geduldet".

Als Realmontage nicht zu übersehen.
Jung und Alt bestaunen die Portraits.
Die 70 Meter lange Installation ist eine Attraktion.

verfasst von: JaMbS