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Zeit: 26. Juli 2003
Ort: Kunstmuseen in Berlin-Mitte

"Mir geht´s Berlin." Und Berlin geht´s schlecht. Vor allem finanziell. Über 100 Mio. Euro müssen bis 2005 eingespart werden, und darunter hat auch der Künstlernachwuchs zu leiden: Kunsthochschulen und Galerien werden geschlossen, Subventionen gestrichen, Stipendien gekürzt - Abschied von der Vision einer Kulturmetropole Europas? Nicht mit JaMbS & Wogs! Das Ziel ihrer symbolischen (Rettungs-)Aktion: Die Vermarktung eines von jungen Kindern angefertigten Bildes.

Die Katzbachpiraten und die Kopiöse Kloake

Am 22. Juni begaben wir uns zum Kreuzberger Kinderladen "Die Katzbachpiraten". Aaron (5 Jahre), Louca (2), Paula (2) und fünf weitere hoffnungsvolle Künstlertalente waren dazu eingeladen, im Sinne unserer pauschalen Vorgabe "Hauptsache, bunt" mit Fingerfarbe und uneingeschränkter Kreativität eine 90x150 cm große Leinwand zu bemalen. Mit großem Eifer und kindlicher Inspiration machten sich die jungen Kunstschaffenden ans Werk. So entstand das postmodern-nonfigurative Bild "Kopiöse Kloake".

Drei Wochen später kündigten wir der Gemäldegalerie im Kulturforum, der Neuen Nationalgalerie und dem Museum Hamburger Bahnhof per Fax unseren Besuch für den 26. Juli an. Mit zwei Kamerafrauen (Judith und Claudia), der obligatorischen versteckten Kamera, einer Staffelei und unserem Bild begaben wir uns zu den genannten Museen, fest entschlossen, die "Kopiöse Kloake" einer jener Kunstgalerien zu stiften. Hamburger Bahnhof: Etwas ratlos schauten uns die Security-Männer dabei zu, wie Wogs und ich in der Eingangshalle das Bild auf der Staffelei befestigten und Flyer an die Besucher verteilten. Nach einigen Erklärungen und Telefonaten bekamen wir die Nummer einer Verantwortlichen der Generaldirektion.

Wir zogen weiter und nutzten die Gelegenheit, den Passanten in der S-Bahn und auf dem Potsdamer Platz das Gemälde für 75 Euro anzubieten. Gemäldegalerie, Kulturforum: Hier bot uns der Herr am Empfang an, das Bild übers Wochenende vor Ort aufzubewahren, und er vertröstete uns auf einen späteren Besprechungstermin mit dem Kurator. Wieder Fehlanzeige.

Neue Nationalgalerie: Gemeinschaftlich betraten wir das Foyer des "lichten Glastempels" für europäische Malerei und Plastik des 20. Jahrhunderts. Erneut stellten wir das Gemälde auf und verteilten Flugblätter. Gerade als das Interesse merklich zunahm, läutete die vom Sicherheitspersonal uns zugereichte Telefonnummer des Museumsdirektors das Ende unserer Aktion ein. Wir verließen das Gebäude, verteilten die restlichen Flyer und gingen.

»zur Fortsetzung Freier Duktus 2

Neugierige Blicke in der Neuen Nationalgalerie.
Das Sicherheitspersonal ist völlig überfordert.
Dem Publikum gefällt unser Bild vor dem Kulturforum.

Anmerkung: Die späteren Anrufe bei den Kuratoren und Direktoren verliefen erfolglos. Unser allzu zeitgenössisches Bild passe nicht in den epochalen Rahmen der ausgestellten Kunstsammlungen, sagte man uns. Am Abend nach unserer Aktion vernichtete ein unter ungeklärten Umständen ausgebrochenes Feuer im Museum Hamburger Bahnhof etwa 20% der ausgestellten Exponate.

verfasst von: JaMbS