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Freier Duktus II

Zeit: 20. Juni 2004
Ort: MoMA in der Neuen Nationalgalerie, Berlin

Über ein Jahr lang bemühten sich JaMbS & Wogs, für das Bild "Kopiöse Kloake" der Katzbachpiraten einen würdigen Platz zu finden. Doch nicht nur die Staatlichen Museen zu Berlin weigerten sich standhaft, das Gemälde in ihre Werksammlungen zu integrieren (siehe »Freier Duktus). Auch die Berliner Bevölkerung ließ sich vom progressiven Malstil des Künstlernachwuchses nicht beeindrucken. Ein Jahr später gastierte das MoMA in Berlin - und JaMbS & Wogs, Kuratoren der "Kopiösen Kloake", witterten ihre letzte Chance. Das Konzept: Würden die Herstellungskosten des Bildes, also insgesamt 80 Euro, innerhalb von drei Stunden gedeckt, sollte das Bild dem MoMA übergeben werden. Ansonsten würde es vor den Augen der Besucher verbrannt werden...

Die Ausstellung ist gut besucht.

Wogs und ich betraten das Gelände der Neuen Nationalgalerie. Schätzungsweise mehr als 300 Menschen warteten in einer sich einmal um das gesamte Gebäude verlaufenden Schlange auf den Besuch der MoMA-Ausstellung. Unmittelbar vor den Augen der Wartenden wurde das Bild auf der Staffelei befestigt und Wogs verteilte unsere Flyer, während ich mit der Spendenbüchse die ankommenden Besucher bedrängte. Von 12:30 Uhr an hatten wir drei Stunden Zeit, die 80 Euro zusammenzubekommen, um das Gemälde vor der Vernichtung zu retten. Auf unserem Hinweisplakat wurde regelmäßig der aktuelle Spendenkontostand angezeigt.

Die Aktion wurde vom kunstinteressierten Publikum mit großer Aufmerksamkeit verfolgt - und unterschiedlich kommentiert: "Also, ich bin für´s Verbrennen!", meinte ein älterer Herr. Ein anderer bestätigte: "Hässlich. Viel zu lila. Sagt Bescheid, wenn´s zerstört wird!" Es gab aber auch anerkennende Worte und reichhaltige Geldgaben für das Kunstwerk aus Fingerfarben ("Sag mal, Rita, wäre das nicht was für unser Wohnzimmer?"), und nach gerade einmal 130 Minuten hatten wir das Geld zusammen. "Meine Damen und Herren", verkündete Wogs anschließend, als wir mit dem Bild demonstrativ an der Schlange vorbeigingen, "die Kopiöse Kloake wird jetzt dem MoMA übergeben!" Dachten wir so, aber "Sie können hier nicht rein!" meinte der uniformierte Türsteher am Besuchereingang sichtlich genervt und verwehrte uns den Zutritt. Alles Diskutieren half nicht, auch am VIP-Zugang hatten wir keinen Erfolg. Der Pförtner verwies uns hier auf den Dienstboteneingang, einmal links um das Gebäude herum. Am Ende der Einfahrt ließ sich eine Tür öffnen. Dem Pförtnerpersonal dahinter erklärten wir, dass wir ein Gemälde für die Ausstellung abzugeben hätten und sie ließen uns sowie beide Kamera-Assistenten in das Service-Büro. "Wir kümmern uns darum", meinte einer der Angestellten. Mit einer kurzen Mitteilung an die zuständige Projektleiterin, das Bild nach New York zu überliefern, ließen wir die "Kopiöse Kloake" im Flur zurück...

Noch immer weigert sich das MoMA - so wurde uns per Brief mitgeteilt -, das Gemälde nach New York zu überstellen. Wir verhandeln weiter...

Noch 45€ müssen gespendet werden...
... was Dank JaMbS´ Überzeugungskraft gelingt.
Die "Kopiöse Kloake" wird dem MoMA übergeben.

verfasst von: JaMbS