Home

JaMbS & Wogs  Presse  Email  Newsletter  Dank  Impressum

     

weitere Aktionen:

2006
Patriot Day
Aussaat
2005
2004
2003
2002

Aussaat

Zeit: 22. Januar 2006
Ort: Messegelände Berlin

Die Grüne Woche in Berlin - Deutschlands größte Messe für Ernährungswirtschaft. Aus allen Herren Ländern werden lukullische Häppchen gereicht. Geworben wird mit Bio und Wellness. Doch es gibt auch ein Tabu: die Grüne Gentechnik, also gentechnisch veränderte Nutzpflanzen.

JaMbS verliert MON 810

Der US-Konzern und Global Player Monsanto vertreibt gentechnisch verändertes Saatgut. Der langjährige Handelspartner der Coca Cola Company besitzt heute 90 % der weltweiten Patente für sogenannte Gen-Pflanzen. Mit welchen Methoden dieser Konzern seine Expansion vorantreibt, sieht man zum Beispiel daran, wie er gegen Landwirte vorgeht, welche der Gentechnik skeptisch gegenüber stehen. Oft grenzen Felder, auf denen gentechnisch verändertes Saatgut angebaut wird, an solche, deren Bauern nach den Regeln des konventionellen oder ökologischen Anbaus wirtschaften. Durch Pollenflug gelangen genetisch veränderten Pflanzen auf die gentechnik-freien Felder. Ein Aussortieren dieses Unkrauts ist nicht möglich, die Ernte kann nicht mehr auf dem Markt abgesetzt werden. Den Biobauern entsteht Sachschaden in Millionenhöhe. Als Gipfel der Dreistigkeit verklagt Monsanto diese Landwirte dann auch noch wegen unterschlagener Lizenzgebühren

Monsanto-Konzern und Biogut als Thema auf der Grünen Woche? Keine Spur. Anlaß genug für JaMbS und mich wieder einmal einzugreifen. Wir betraten mit zwei Kameraleuten das Messegelände und schmuggelten insgesamt 25 kg Reis durch die Eingangskontrolle. Davon waren 20 kg unbehandelt, als Symbol für Reis aus konventionellem Anbau und 5 kg mit rotem Acryllack eingefärbt, welche den gentechnisch veränderten Reis darstellen sollten. Diese Mischung trug JaMbS während der Aktion in einem Jutesack über der Schulter. In den Boden des Sacks hatte ich ein Loch geschnitten, aus welchem der Reis auf den Boden rieselte. JaMbS bahnte sich seinen Weg durch die Menschenmassen, ich verkündete lautstark die "Aussaat" und verteilte Flyer.

Nicht zuletzt wegen der unübersehbaren Spur, die der Reis auf dem Boden des Messegeländes hinterließ, waren wir im Nu der Mittelpunkt des Messegeschehens: Staunende Blicke, verunsichertes Kichern und immer wieder Zurufe wie "Hey, sie verlieren da was!" oder "Soll das so sein?" begleiteten uns. Begleitet hat uns auch das Sicherheitspersonal, wobei es sich zeitweise nicht zu schade war, JaMbS beim Tragen behilflich zu sein. Am Ende der Halle 23 angekommen verwies der Aufsichtsbeamte auf Halle 24 und meinte trocken: "Dort sind die Bayern, da könnt ihr machen, was ihr wollt." Nach etwa 15 Minuten stellte sich uns ein Bevollmächtigter der Messeleitung in den Weg. Er könne sich auf der Grünen Woche kein Politikum erlauben und forderte uns auf, das Rieseln einzustellen. JaMbS und ich verließen kurz darauf die Messe - die Reisspur jedoch zeugte noch lange von unserer Aktion "Aussaat".

Flyer informieren die Besucher auf der Berliner Messe.
Die Messeleitung hat Angst vor einem Skandal.
Vorsicht Biomüll ! Genmais von Monsanto

verfasst von: JaMbS